Risikofaktor Baugerüst

Es sei an dieser Stelle versichert, dass das folgende Wort nicht aus dem Reich der Phantasie kommt: die so genannte „Stuckabschlagsprämie“! Manch ein Zeitgenosse mag sich in der Tat noch daran erinnern. Es beschreibt bauliche Maßnahmen, mit denen Wohnungseigentümer und Hausbesitzer in den frühen 50er Jahren ermutigt werden sollten, althergebrachte Bauweisen durch modernere zu ersetzen. Vor allem in Westdeutschland und Berlin wurden also wunderschöne Verzierungen schlicht und ergreifend entfernt; ein nüchterner Stil ersetzte das Verspielte.

Heutzutage kann man darüber nur den Kopf schütteln. Vor allem, wenn man beobachtet, wie viele Firmen anbieten, diese Schritte wieder rückgängig zu machen. Altbauten werden großzügig renoviert, Vermieter weisen explizit darauf hin, dass ihre Objekte „Flair und Charme“ haben – was dann auch in den Mieten zum Ausdruck kommt.

Jedenfalls wird überall kräftig modernisiert. Baugerüste wachsen wie Efeu an den Fassaden empor, Handwerker gehen ein und aus. Eine ganz besondere Branche profitiert ebenfalls von diesem Boom: Einbrecher nutzen das geschäftige Treiben, um unbemerkt in die Gebäude einzudringen!

Risikofaktor Baugerüst

Nicht umsonst verlangen Hausratsversicherungen, dass das Aufstellen eines Baugerüstes unverzüglich gemeldet wird. Das Risiko, dass Einbrecher diese als Möglichkeit nutzen, über die Fenster in Wohnungen einzusteigen, wächst dadurch.

Wer sich dazu in der Lage sieht, versetze sich in die Gedankenwelt eines Einbrechers: zunächst werden ja freundlicherweise Barrieren wie Türen und Tore aus dem Weg geräumt. Man braucht also nur am Gerüst hochzuklettern und kann sich am Fenster zu schaffen machen. Das Argument, solch eine Dreistigkeit sei kaum vorstellbar, wird durch zuverlässige Statistiken entkräftet. Die Diebe brauchen nur den Feierabend der Handwerker abzuwarten. Sie arbeiten dann lautlos, denn Fenster sind äußerst leicht zu überwinden – vor allem, wenn sie gekippt sind.

Rot, Grün, Gelb: Ampeldisplay

Moderne Alarmanlagen sind in der Lage, den Status eines Fensters zu erkennen. Auf einen Display kann der Bewohner sehen, ob ein Fenster offen (Rot, Gefahr!), gekippt (Gelb, Eingreifen erforderlich!) oder geschlossen und verriegelt (Grün, alles in Ordnung!) ist. Diese Sensoren können direkt und völlig unsichtbar in den Fenster – bzw. Türrahmen eingebaut werden. Die jeweilige Meldung ergeht an die so genannte Hauszentrale, von der aus entweder vor Ort oder per Smartphone weitere Schritte unternommen werden können. Jene zentrale Steuereinheit regelt auch den Einsatz weiterer Module. Die Liste ist lang, deshalb sei es erlaubt, nur die wichtigsten zu nennen…

Die Highlights einer Alarmanlage

Es ist ratsam, eine Alarmanlage mit Funk vom Profi einbauen zu lassen. Das hat gute Gründe, denn solch ein System überwacht nicht nur Fenster und Türen. Eingebettet werden können:

  • Glasbruchmelder. Geht die Scheibe zu Bruch, ist selten der Fußball der Nachbarskinder der Schuldige!
  • Rauchmelder. Dieser zeigt an, wo es brennt und öffnet im Bedarfsfall Fluchtwege.
  • Temperatursensoren. Entsprechend der vorher festgelegten Grenzwerte reagiert das System, wenn beispielsweise die Kühltruhe ausfällt.
  • Funkempfänger. Diese können Garagentor – Motoren ansteuern. Ein Öffnen und Schließen per Fernsteuerung ist somit möglich.
  • Wassermelder. Sie entdecken, ob es durchregnet oder der Anschluss der Waschmaschine schadhaft ist.

Wie gesagt handelt es sich bei diesen Funktionen nur um einen Bruchteil der Möglichkeiten, die eine moderne Alarmanlage bietet. Nachvollziehbar wird aber, dass ein Fachmann mit der Installation betraut werden sollte. Die erstmalige Konfiguration sowie Einweisung in das System ist auch aus versicherungstechnischer Hinsicht wichtig!

Finanzielle Vorteile

VdS – zertifizierte Alarmanlagen sind eine Investition, die sich langfristig bezahlt macht. Der Schutz des Eigentums darf nicht unterschätzt werden. Einige Versicherungsgesellschaften unterstützen diese Bemühungen, indem sie Beiträge senken.

Das Fazit dieser Betrachtungen: ob Baumaßnahmen anstehen oder nicht, Häuser und Wohnungen werden immer Ziel von Einbrüchen bleiben. Auch wenn kein Baugerüst die Aussicht versperrt (und Dieben den Einstieg erleichtert), man sollte sich nicht darauf verlassen, vom Verbrechen übersehen zu werden!

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